Eine quadratische Funktion kann in verschiedenen Formen dargestellt werden.
Formen:
1. Allgemeine Form: f(x) = ax² + bx + c
2. Scheitelpunktform: f(x) = a(x − d)² + e
3. Nullstellenform: f(x) = a(x − x₁)(x − x₂)
Parameter:
- a > 0: Parabel nach oben geöffnet
- a < 0: Parabel nach unten geöffnet
- |a| > 1: Schmale Parabel
- |a| < 1: Breite Parabel
- d und e bilden den Scheitelpunkt (d|e)
- x₁ und x₂ sind Nullstellen der Funktion
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Die Normalparabel f(x) = x² wird durch den Faktor a gestreckt oder gestaucht.
Die Funktion g(x) = a·x² heißt gestreckte/gestauchte Normalparabel.
Die Streckung/Stauchung wirkt immer in y-Richtung.
| Bedingung | Wirkung |
|---|---|
| a > 1 | Parabel wird gestreckt (schmaler) |
| 0 < a < 1 | Parabel wird gestaucht (breiter) |
| a < 0 | Parabel wird zusätzlich an der x-Achse gespiegelt |
Der Scheitelpunkt bleibt bei allen Varianten im Ursprung S(0\|0).
Vergleich der Funktionswerte an der Stelle x = 2:
| Funktion | Rechnung | f(2) |
|---|---|---|
| f(x) = x² | 2² | 4 |
| g(x) = 2x² | 2 · 2² | 8 (gestreckt) |
| h(x) = 0,5x² | 0,5 · 2² | 2 (gestaucht) |
| k(x) = −x² | −1 · 2² | −4 (gespiegelt) |
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Der Scheitelpunkt S(d|e) ist der tiefste (a > 0) oder höchste (a < 0) Punkt der Parabel.
Scheitelpunktform: f(x) = a(x − d)² + e
- d: x-Koordinate des Scheitelpunkts
- e: y-Koordinate des Scheitelpunkts
Der Scheitelpunkt ist also bei (d|e).
Scheitelpunktform ablesen:
f(x) = (x − 2)² + 1
Scheitelpunkt: S(2|1)
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Die binomischen Formeln beschreiben das Ausmultiplizieren von Klammern mit zwei Termen:
1. Binomische Formel: (a + b)² = a² + 2ab + b²
2. Binomische Formel: (a − b)² = a² − 2ab + b²
3. Binomische Formel: (a + b)(a − b) = a² − b²
Die 2. binomische Formel wird beim Umformen quadratischer Funktionen besonders häufig benötigt.
2. binomische Formel:
(x − 5)² = x² − 2·x·5 + 5² = x² − 10x + 25
3. binomische Formel:
(x + 4)(x − 4) = x² − 16
Rückwärts erkennen (Faktorisieren):
x² + 8x + 16 = (x + 4)² → weil 4² = 16 und 2·4 = 8
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Die allgemeine Form (Normalform) f(x) = ax² + bx + c erhält man aus der Scheitelpunktform durch Ausmultiplizieren mit der 1. oder 2. binomischen Formel:
f(x) = a(x − d)² + e
Schritt 1: Klammer auflösen (2. binomische Formel): (x − d)² = x² − 2dx + d²
Schritt 2: Mit a multiplizieren: a·x² − 2ad·x + ad²
Schritt 3: e addieren: ax² − 2adx + ad² + e
Es gilt also: b = −2ad und c = ad² + e
Schritt 1: (x − 2)² = x² − 4x + 4
Schritt 2: 3·(x² − 4x + 4) = 3x² − 12x + 12
Schritt 3: 3x² − 12x + 12 + 1 = 3x² − 12x + 13
f(x) = −2(x + 1)² + 5 in allgemeine Form:
(x + 1)² = x² + 2x + 1
−2·(x² + 2x + 1) = −2x² − 4x − 2
−2x² − 4x − 2 + 5 = −2x² − 4x + 3
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Die quadratische Ergänzung wandelt die allgemeine Form in die Scheitelpunktform um.
Vorgehensweise für f(x) = x² + px + q (a = 1):
Schritt 1: Halbiere den Koeffizienten von x: p/2
Schritt 2: Schreibe (x + p/2)² − (p/2)² + q
Schritt 3: Vereinfache → Scheitelpunkt S(−p/2 | q − (p/2)²)
Für a ≠ 1: Zuerst a ausklammern, dann Schritt 1–3 anwenden.
Schritt 1: p/2 = −3
Schritt 2: (x − 3)² − (−3)² + 11 = (x − 3)² − 9 + 11
Schritt 3: f(x) = (x − 3)² + 2 → Scheitelpunkt S(3|2)
---
f(x) = 2x² + 8x − 6 (a ≠ 1):
Schritt 1: 2 ausklammern: 2(x² + 4x) − 6
Schritt 2: p/2 = 2, ergänze 2·[(x + 2)² − 4] − 6
Schritt 3: 2(x + 2)² − 8 − 6 = 2(x + 2)² − 14 → Scheitelpunkt S(−2|−14)
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Berechnung:
1. f(x) = 0 setzen
2. Quadratische Gleichung lösen (p-q-Formel oder abc-Formel, siehe unten)
Eine quadratische Gleichung in der Form x² + px + q = 0 löst man mit der p-q-Formel:
$x_{1,2} = -\frac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{p}{2}\right)^2 - q}$
Der Ausdruck unter der Wurzel heißt Diskriminante: D = (p/2)² − q
- D > 0: zwei Lösungen
- D = 0: genau eine Lösung (Scheitelpunkt auf der x-Achse)
- D < 0: keine Lösung
0 = x² − 5x + 6
x₁,₂ = 5/2 ± √((5/2)² − 6)
x₁,₂ = 2,5 ± √(6,25 − 6)
x₁,₂ = 2,5 ± 0,5
Nullstellen: x₁ = 3, x₂ = 2
Nullstellenform:
f(x) = (x − 2)(x − 3)
Die p-q-Formel funktioniert nur, wenn vor dem x² nichts steht (a = 1).
Bei ax² + bx + c = 0 teilt man deshalb zuerst die ganze Gleichung durch a:
Schritt 1: Durch a teilen → x² + (b/a)·x + (c/a) = 0
Schritt 2: Jetzt ist p = b/a und q = c/a → p-q-Formel anwenden
x² − 2x − 3 = 0 → p = −2, q = −3
x₁,₂ = 1 ± √(1 + 3) = 1 ± 2
x₁ = 3, x₂ = −1
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Mit der abc-Formel löst man ax² + bx + c = 0 direkt — ohne vorher zu teilen:
$x_{1,2} = \frac{-b \pm \sqrt{b^2 - 4ac}}{2a}$
Die Diskriminante ist hier D = b² − 4ac (gleiche Fallunterscheidung wie oben).
Beide Formeln liefern dieselben Lösungen — du darfst dir aussuchen, mit welcher du rechnest.
a = 2, b = −4, c = −6
D = b² − 4ac = (−4)² − 4 · 2 · (−6) = 16 + 48 = 64
x₁,₂ = (4 ± √64) / (2 · 2) = (4 ± 8) / 4
x₁ = 3, x₂ = −1 → gleiches Ergebnis wie mit der p-q-Formel ✓
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Hat eine Parabel zwei Nullstellen x₁ und x₂, lässt sie sich in der Nullstellenform (auch faktorisierte Form genannt) schreiben:
$f(x) = a \cdot (x - x_1)(x - x_2)$
- x₁ und x₂ sind direkt ablesbar – es sind genau die Nullstellen.
- a ist der Streckfaktor (a > 0: nach oben geöffnet, a < 0: nach unten).
- Für a = 1 gilt einfach: f(x) = (x − x₁)(x − x₂)
Beispiel: f(x) = (x + 2)(x − 3) → Nullstellen bei x₁ = −2 und x₂ = 3
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Sind drei Punkte einer Parabel bekannt, lässt sich die Gleichung f(x) = ax² + bx + c bestimmen.
Vorgehensweise:
Schritt 1: Die x- und y-Koordinaten jedes Punktes in f(x) = ax² + bx + c einsetzen → drei Gleichungen mit den Unbekannten a, b, c.
Schritt 2: Das lineare Gleichungssystem lösen (Einsetzungs- oder Additionsverfahren).
Schritt 3: a, b, c in die allgemeine Form einsetzen und überprüfen.
Tipp: Liegt ein Punkt auf der y-Achse (x = 0), ergibt sich sofort c = y₀ (y-Wert dieses Punktes).
f(x) = ax² + bx + c
Aus P₁(0|3): a·0 + b·0 + c = 3 → c = 3
Aus P₂(1|0): a + b + 3 = 0 → a + b = −3 (I)
Aus P₃(3|6): 9a + 3b + 3 = 6 → 9a + 3b = 3 → 3a + b = 1 (II)
(II) − (I): 2a = 4 → a = 2
Einsetzen in (I): 2 + b = −3 → b = −5
f(x) = 2x² − 5x + 3
Probe: f(3) = 18 − 15 + 3 = 6 ✓
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Die Schnittpunkte einer Parabel f(x) = ax² + bx + c mit einer Geraden g(x) = mx + n erhält man durch Gleichsetzen:
ax² + bx + c = mx + n
Umformen zu: ax² + (b − m)x + (c − n) = 0
Diese quadratische Gleichung mit der p-q-Formel lösen.
Anzahl der Schnittpunkte (abhängig von der Diskriminante D):
- D > 0: Zwei Schnittpunkte (Sekante)
- D = 0: Ein Schnittpunkt (Tangente)
- D < 0: Kein Schnittpunkt
Für jeden x-Wert: y-Koordinate über g(x) = mx + n berechnen.
Gleichsetzen: x² − 3x + 2 = x − 1
Umformen: x² − 4x + 3 = 0
p-q-Formel (p = −4, q = 3):
x₁,₂ = 2 ± √(4 − 3) = 2 ± 1
x₁ = 3 → y₁ = 3 − 1 = 2 → S₁(3|2)
x₂ = 1 → y₂ = 1 − 1 = 0 → S₂(1|0)
---
Tangente g(x) = 3x − 2 an f(x) = x² + x − 1:
x² + x − 1 = 3x − 2 → x² − 2x + 1 = 0
D = (−1)² − 1 = 1 − 1 = 0 → ein Schnittpunkt (Berührpunkt) → Tangente bestätigt
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Der Scheitelpunkt einer Parabel liefert automatisch das Maximum oder Minimum einer quadratischen Funktion:
- a > 0: Scheitelpunkt ist das Minimum (tiefster Punkt)
- a < 0: Scheitelpunkt ist das Maximum (höchster Punkt)
Vorgehensweise bei Sachaufgaben:
Schritt 1: Situation mit einer quadratischen Funktion modellieren (Variable einführen, Terme aufstellen).
Schritt 2: Funktion in Scheitelpunktform bringen (quadratische Ergänzung oder Ablesen).
Schritt 3: Scheitelpunkt ablesen und Ergebnis interpretieren.
Die Höhe eines geworfenen Balls beträgt h(t) = −t² + 6t + 1 (Höhe in Metern, Zeit in Sekunden).
Quadratische Ergänzung:
h(t) = −(t² − 6t) + 1 = −[(t − 3)² − 9] + 1 = −(t − 3)² + 10
Scheitelpunkt: S(3|10)
→ Der Ball erreicht nach 3 Sekunden seine maximale Höhe von 10 Metern.
---
Beispiel 2: Flächenoptimierung
Ein Rechteck mit Umfang 24 m soll maximale Fläche haben.
Sei l die Länge → Breite b = 12 − l
A(l) = l·(12 − l) = −l² + 12l
Quadratische Ergänzung: A(l) = −(l − 6)² + 36
Scheitelpunkt: S(6|36)
→ Bei l = b = 6 m (Quadrat) ist die Fläche mit 36 m² maximal.
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Dieses Thema bringt nichts Neues. Es prüft, welche der fünf Werkzeuge schon sitzen — und schickt dich genau dorthin zurück, wo es noch klemmt.
Ablauf:
1. Runden-Training (W-Phase). Pro Runde bekommst du je eine Aufgabe aus fünf Bereichen: Strecken und Stauchen, Scheitelpunktform, quadratische Ergänzung, Nullstellen, Schnittpunkte. Nach jeder Runde siehst du eine Prozent-Tabelle — eine Spalte pro Bereich. Schreib sie ab, sie verschwindet beim Umschalten.
2. Gezieltes Training (E-Phase). Ab der zweiten Runde darfst du umschalten. Dann werden dir deine drei schwächsten Bereiche angeboten; zwei davon kannst du als adaptive Aufgabenfolge trainieren: richtig → schwerer, falsch → leichter.
3. Kapitel-Mix. Wer durch ist, nimmt den Aufgabenpool darunter — dort liegen auch die Typen, die im Training nicht vorkommen: Wertetabellen, binomische Formeln, Parabel durch drei Punkte, die abc-Formel und die Extremwertaufgaben.
Über jeder Aufgabe steht ein Link zum passenden Thema. Wenn du nicht weiterweißt: erst dort nachlesen, dann zurück zur Aufgabe.
| Werkzeug | Womit du rechnest | Woran du es erkennst |
|---|---|---|
| Strecken und Stauchen | f(x) = a·x². Der Faktor a macht die Parabel schmaler (Betrag von a größer als 1) oder breiter (Betrag von a kleiner als 1); bei a < 0 ist sie nach unten geöffnet. a findest du über einen zweiten Punkt: a = y : x². | eine Gleichung ohne Klammer und ohne Summanden, ein Graph mit Scheitel im Ursprung |
| Scheitelpunktform | f(x) = a·(x − d)² + e hat den Scheitelpunkt an der Stelle x = d mit dem Wert e. Das Vorzeichen in der Klammer ist umgekehrt zur x-Koordinate: (x + 3)² gehört zu x = −3. | eine quadrierte Klammer plus eine Zahl |
| Quadratische Ergänzung | Aus x² + px + q wird (x + p/2)² − (p/2)² + q. Die Hälfte von p quadrieren, addieren und wieder abziehen. Rückweg: Klammer mit der binomischen Formel auflösen. | allgemeine Form x² + px + q, gesucht ist der Scheitelpunkt |
| Nullstellen | Erst durch a teilen, dann p-q-Formel: x₁,₂ = −p/2 ± √((p/2)² − q). Die Diskriminante entscheidet über zwei, eine oder keine Nullstelle. | „Wo schneidet die Parabel die x-Achse?", f(x) = 0 |
| Schnittpunkte Parabel–Gerade | Beide Terme gleichsetzen, alles auf eine Seite, quadratische Gleichung lösen — und die x-Werte in eine der beiden Funktionen einsetzen, um y zu bekommen. | zwei Funktionen f und g, gesucht sind Punkte |
Die drei Sätze, die das Kapitel zusammenhalten:
- Jede quadratische Funktion lässt sich in zwei Formen schreiben. Die allgemeine Form zeigt den y-Achsenabschnitt, die Scheitelpunktform zeigt den Scheitel. Quadratische Ergänzung ist der Weg hin, Ausmultiplizieren der Weg zurück — dieselbe Funktion, andere Brille.
- Der Scheitelpunkt ist der wichtigste Punkt der Parabel. Er liefert Maximum oder Minimum, er legt zusammen mit a die ganze Kurve fest, und er entscheidet über die Anzahl der Nullstellen.
- Nullstellen sind ein Spezialfall von Schnittpunkten. Bei Nullstellen schneidet die Parabel die Gerade y = 0. Der Rechenweg ist derselbe: gleichsetzen, ordnen, quadratische Gleichung lösen.
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Sie sind die Werkzeuge, mit denen sich jede Aufgabe dieses Kapitels bearbeiten lässt, und sie bauen aufeinander auf: Der Faktor a beschreibt die Form, der Scheitelpunkt die Lage, die quadratische Ergänzung verbindet die beiden Schreibweisen, die Nullstellen beantworten „wo ist f(x) = 0?" und die Schnittpunkte verallgemeinern das auf „wo ist f(x) = g(x)?".
Nicht im Training, aber im Kapitel-Mix stehen drei weitere Aufgabentypen: die Wertetabelle (die Grundlage, auf der alles andere ruht), die Parabel durch drei Punkte (Gleichungssystem statt Umformung) und die Extremwertaufgaben (Scheitelpunkt als Antwort auf eine Sachfrage). Sie brauchen mehr Zeit, als eine Kopfübungs-Runde hat.
Wer in einem Bereich unter 50 % liegt, arbeitet am besten von oben nach unten: erst das frühere Thema, dann das spätere.