In diesem Kurs lernst du die e-Funktion und verschiedene Wachstumsmodelle kennen:
- Ketten- und Produktregel
- Die e-Funktion und ihre Ableitung
- Der natürliche Logarithmus
- Exponentielles, begrenztes und logistisches Wachstum
- Kurvenanpassung und Modellierung (eA)
- Funktionenscharen (eA)
Die e-Funktion ist die wichtigste Funktion der Analysis — sie beschreibt natürliche Wachstums- und Zerfallsprozesse.
Die Kettenregel wird benötigt, wenn eine Funktion in eine andere eingesetzt ist (verkettete Funktion):
$[f(g(x))]' = f'(g(x)) \cdot g'(x)$
Man leitet die äußere Funktion ab und multipliziert mit der Ableitung der inneren Funktion.
Beispiele:
| $f(x)$ | äußere Ableitung | innere Ableitung | $f'(x)$ |
|---|---|---|---|
| $\sin(3x)$ | $\cos(3x)$ | $3$ | $3\cos(3x)$ |
| $(2x+1)^4$ | $4(2x+1)^3$ | $2$ | $8(2x+1)^3$ |
| $e^{5x}$ | $e^{5x}$ | $5$ | $5e^{5x}$ |
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Die Produktregel wird benötigt, wenn zwei Funktionen miteinander multipliziert werden:
$[u(x) \cdot v(x)]' = u'(x) \cdot v(x) + u(x) \cdot v'(x)$
Beispiele:
| $f(x)$ | $u$ | $v$ | $f'(x)$ |
|---|---|---|---|
| $x^2 \cdot \sin(x)$ | $x^2$ | $\sin(x)$ | $2x\sin(x) + x^2\cos(x)$ |
| $x \cdot e^x$ | $x$ | $e^x$ | $e^x + xe^x = (1+x)e^x$ |
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Die eulersche Zahl $e \approx 2{,}71828$ ist die Basis des natürlichen Logarithmus. Die e-Funktion hat die besondere Eigenschaft, dass sie gleich ihrer eigenen Ableitung ist:
$f(x) = e^x \quad \Rightarrow \quad f'(x) = e^x$
Mit der Kettenregel folgt:
$f(x) = e^{g(x)} \quad \Rightarrow \quad f'(x) = g'(x) \cdot e^{g(x)}$
Wichtige Spezialfälle:
- $[e^{kx}]' = k \cdot e^{kx}$
- $[a \cdot e^{kx}]' = a \cdot k \cdot e^{kx}$
- $[x^n \cdot e^{mx}]' = n x^{n-1} e^{mx} + m x^n e^{mx}$ (Produktregel!)
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Jede Exponentialfunktion $f(x) = a \cdot b^x$ lässt sich auch mit der Basis $e$ schreiben:
$a \cdot b^x = a \cdot e^{kx} \quad \text{mit} \quad k = \ln(b)$
Umrechnung:
- Von $b$-Form in $e$-Form: $k = \ln(b)$
- Von $e$-Form in $b$-Form: $b = e^k$
Diese Darstellung ist für die Ableitung und Integration vorteilhaft.
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Der natürliche Logarithmus $\ln(x)$ ist die Umkehrfunktion von $e^x$:
$y = e^x \iff x = \ln(y)$
Rechenregeln:
- $\ln(a \cdot b) = \ln(a) + \ln(b)$
- $\ln\left(\frac{a}{b}\right) = \ln(a) - \ln(b)$
- $\ln(a^n) = n \cdot \ln(a)$
- $\ln(e) = 1$, $\ln(1) = 0$
Anwendung: Lösen von Gleichungen der Form $e^{kx} = c$:
$kx = \ln(c) \quad \Rightarrow \quad x = \frac{\ln(c)}{k}$
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Beim exponentiellen Wachstum ist die Änderungsrate proportional zum Bestand:
$f(t) = A \cdot e^{kt}$
- $A$: Anfangswert ($f(0) = A$)
- $k > 0$: Wachstum, $k < 0$: Zerfall
- Verdopplungszeit: $t_2 = \frac{\ln(2)}{k}$
- Halbwertszeit: $t_{1/2} = \frac{\ln(2)}{|k|}$
In der folgenden Visualisierung kannst du die Parameter $a$ und $b$ der Funktion $f(x) = a \cdot b^x$ verändern:
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Die Darstellung mit der Basis $e$ ist in der Analysis gebräuchlicher:
$f(t) = A \cdot e^{kt}$
Hier kannst du die Parameter $A$ und $k$ der Funktion $f(x) = A \cdot e^{kx}$ verändern:
Beim begrenzten Wachstum nähert sich der Bestand einer Schranke $G$ (Kapazitätsgrenze):
$f(t) = G - (G - A) \cdot e^{kt} \quad \text{mit } k < 0$
- $A$: Anfangswert
- $G$: Grenzwert (Sättigungsgrenze)
- Die Änderungsrate nimmt ab, je näher der Bestand an $G$ ist
Beispiele: Aufwärmen eines Getränks, Lernkurve, Medikamentenspiegel
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Das logistische Wachstum kombiniert exponentielles und begrenztes Wachstum:
$f(t) = \frac{A \cdot G}{A + (G - A) \cdot e^{-k \cdot t}}$
- Anfangs wächst der Bestand fast exponentiell
- Am Wendepunkt (bei $f = \frac{G}{2}$) ist das Wachstum am stärksten
- Danach nähert sich der Bestand der Kapazitätsgrenze $G$
Beispiele: Bevölkerungswachstum, Ausbreitung von Epidemien, Gerüchteverbreitung
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Bei der Kurvenanpassung (Steckbriefaufgabe) wird eine Funktionsgleichung aus gegebenen Bedingungen bestimmt:
Vorgehen:
1. Funktionstyp wählen (z.B. Polynom $n$-ten Grades)
2. Bedingungen aufstellen (Punkte, Extremstellen, Wendepunkte)
3. Gleichungssystem aufstellen und lösen
Typische Bedingungen:
- $f(a) = b$ (Funktionswert)
- $f'(a) = 0$ (Extremstelle)
- $f''(a) = 0$ (Wendepunkt)
- $f(a) = f(b)$ (Trassierung: Übergangsbedingung)
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Lineare Gleichungssysteme mit 3 oder mehr Unbekannten löst man mit dem Gauß-Algorithmus:
1. Gleichungssystem als erweiterte Matrix schreiben
2. Durch Zeilenoperationen in Stufenform bringen
3. Rückwärts einsetzen
Mögliche Lösungsmengen:
- Genau eine Lösung: Das System ist eindeutig lösbar
- Keine Lösung: Widerspruch in einer Zeile (z.B. $0 = 5$)
- Unendlich viele Lösungen: Eine Nullzeile → freier Parameter
Dieses Verfahren ist zentral für Kurvenanpassung und Trassierung.
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