Die Elektronenbeugungsröhre liefert den direkten experimentellen Beweis für den Wellencharakter von Elektronen.
- Elektronen werden in einer evakuierten Röhre durch Spannung UB beschleunigt
- Sie treffen auf eine polykristalline Graphitfolie (Gitterkonstante d ≈ 0,123 nm)
- Auf einem Leuchtschirm entstehen konzentrische Ringe (Debye-Scherrer-Ringe)

Die Ringe entstehen durch Bragg-Reflexion: Elektronen werden an den Netzebenen des Graphits gebeugt. Die Ringradien hängen von der Wellenlänge ab.
Der Blick von vorn auf den Leuchtschirm bei drei Beschleunigungsspannungen. Alle drei Aufnahmen sind auf denselben Schirmdurchmesser zugeschnitten, sind also direkt miteinander vergleichbar.



Bei größerer Spannung UB:
- Größerer Impuls → kleinere Wellenlänge λ
- Schmalere, kleinere Ringe → bestätigt λ = h/p
| Licht am Gitter | Elektronen an Graphit | |
|---|---|---|
| Wellennatur | Interferenz | Beugungsringe |
| Wellenlänge | sichtbar 400–700 nm | einstellbar durch UB |
| Gitterkonstante | Spaltabstand d | Netzebenenabstand d |
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Louis de Broglie formulierte die Hypothese: Nicht nur Licht, sondern alle Teilchen zeigen Welleneigenschaften. Jedem Teilchen mit Impuls p lässt sich eine Materiewellenlänge zuordnen:
λ = h / p = h / (m · v)
- λ = de-Broglie-Wellenlänge in Meter (m)
- p = Impuls des Teilchens in kg·m/s
- m = Masse des Teilchens in kg
- v = Geschwindigkeit in m/s
- h = Plancksches Wirkungsquantum: h = 6,626 · 10⁻³⁴ J·s
Für ein Elektron, das durch eine Spannung U beschleunigt wurde, gilt:
e · U = ½ · me · v² → p = me · v = √(2 · me · e · U)
λ = h / √(2 · me · e · U)
De Broglies Hypothese wurde durch die Elektronenbeugung bestätigt. Auch Neutronen, Atome und sogar Moleküle (Fullerene C₆₀) zeigen Beugungserscheinungen.
Lösung:
- p = √(2 · 9,109 · 10⁻³¹ · 1,602 · 10⁻¹⁹ · 5000)
- p = √(1,459 · 10⁻⁴⁵) ≈ 3,820 · 10⁻²³ kg·m/s
- λ = h / p = 6,626 · 10⁻³⁴ / 3,820 · 10⁻²³ ≈ 1,735 · 10⁻¹¹ m ≈ 17,3 pm
Antwort: Die de-Broglie-Wellenlänge beträgt ca. 17 pm – klein gegen den Netzebenenabstand von Graphit (213 pm) und damit gut beugbar am Kristallgitter.
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Das Doppelspaltexperiment mit Quantenobjekten (Elektronen, Neutronen, Fullerene) zeigt: Auch einzelne Teilchen erzeugen nach vielen Ereignissen ein Interferenzmuster – als hätte jedes Teilchen beide Spalte gleichzeitig passiert.
- Einzelnes Quantenobjekt: unvorhersehbarer Auftreffpunkt
- Viele Objekte: statistisch reproduzierbares Interferenzmuster
- Die Wahrscheinlichkeit, wo ein Teilchen auftrifft, folgt der Wellenintensität: P ∝ |Ψ|²
Versucht man, den Weg des Teilchens durch einen der Spalte zu bestimmen, verschwindet das Interferenzmuster.
- Elektronenbeugung am Nickelkristall (Davisson und Germer)
- Elektronenbeugung am Doppelspalt (Jönsson)
- Beugung von C₆₀-Molekülen (Fullerene)
Beim Photoeffekt (lichtelektrischer Effekt) lösen Photonen Elektronen aus einer Metalloberfläche heraus. Dies lässt sich nur mit dem Photonenmodell erklären – nicht mit der Wellentheorie.
| Beobachtung | Erklärung mit Photonenmodell |
|---|---|
| Elektronen werden nur ausgelöst, wenn f > fGrenz | Jedes Photon muss die Austrittsarbeit WA alleine aufbringen |
| Größere Intensität → mehr Elektronen (nicht schnellere) | Mehr Photonen → mehr Auslösevorgänge |
| Größere Frequenz → schnellere Elektronen | Mehr Energie pro Photon → mehr kinetische Energie der Elektronen |
h · f = WA + Ekin
- WA = Austrittsarbeit des Metalls (materialabhängig, in eV oder J)
- Ekin = maximale kinetische Energie der Photoelektronen
- fGrenz = WA / h = Grenzfrequenz (unterhalb kein Effekt)
Mit einer Gegenspannung UG wird der Photostrom gerade gestoppt. Es gilt:
e · UG = Ekin,max = h · f − WA
Tragt man UG gegen f auf, ergibt sich eine Gerade mit der Steigung h/e. So lässt sich das Plancksche Wirkungsquantum experimentell bestimmen.
Einheit Elektronenvolt: 1 eV = 1,6 · 10⁻¹⁹ J
Lösung (a):
- WA = 4,3 eV = 4,3 · 1,6 · 10⁻¹⁹ J = 6,88 · 10⁻¹⁹ J
- fGrenz = WA / h = 6,88 · 10⁻¹⁹ / 6,626 · 10⁻³⁴ ≈ 1,04 · 10¹⁵ Hz
Lösung (b):
- Ekin = h · f − WA = 6,626 · 10⁻³⁴ · 1,2 · 10¹⁵ − 6,88 · 10⁻¹⁹
- Ekin = 7,95 · 10⁻¹⁹ − 6,88 · 10⁻¹⁹ = 1,07 · 10⁻¹⁹ J
- UG = Ekin / e = 1,07 · 10⁻¹⁹ / 1,6 · 10⁻¹⁹ ≈ 0,67 V
Antwort: Grenzfrequenz ≈ 1,04 · 10¹⁵ Hz; Gegenspannung ≈ 0,67 V.
Nur als Lehrerversuch: Die Quecksilberdampflampe sendet UV-Strahlung aus, die Augen und Haut schädigt, und das Netzgerät liefert bis zu 25 kV. Aufbau, Aufladen und Bestrahlen übernimmt die Lehrkraft; beobachtet und protokolliert wird von den Plätzen aus.
- Zinkplatte auf einem Zeiger-Elektroskop, beides auf einer Hebebühne
- Quecksilberdampflampe (UV-Lampe) mit Drossel für Spektrallampen, auf einer zweiten Hebebühne
- Hochspannungsnetzgerät 0…25 kV zum Aufladen des Elektroskops
- Glasplatte im Halter, helle Glühlampe oder Taschenlampe
- Schmirgelpapier, Erdungskabel
Zeige, dass Licht Ladung aus einer Metalloberfläche herauslösen kann, und finde heraus, wovon das abhängt: von der Helligkeit des Lichts, von seiner Frequenz oder vom Vorzeichen der Ladung auf der Platte.

Links der beschriftete Aufbau, rechts die Skizze dazu: Das UV-Licht trifft auf die negativ geladene Zinkplatte und schlägt Elektronen heraus, der Zeiger des Elektroskops geht zurück.
Die Lehrkraft führt den Versuch vor; ihr beobachtet den Zeiger und tragt eure Beobachtungen in die Tabelle ein.
1. Die Zinkplatte wird blank geschmirgelt. Die Oxidschicht muss weg – auf einer angelaufenen Platte gelingt der Versuch nicht.
2. Das Elektroskop wird mit dem Hochspannungsnetzgerät negativ aufgeladen, bis der Zeiger deutlich ausschlägt; danach wird das Netzgerät abgeklemmt.
3. Die Zinkplatte wird mit der UV-Lampe bestrahlt (Versuch 1).
4. Dasselbe noch einmal, aber mit positiv geladenem Elektroskop (Versuch 2).
5. Wieder negativ aufladen, dann die Glasplatte zwischen Lampe und Zinkplatte stellen (Versuch 3).
6. Wieder negativ aufladen, dann mit einer hellen Glühlampe statt mit der UV-Lampe bestrahlen (Versuch 4).
7. Sicherheit: Nicht in die UV-Lampe schauen – sie strahlt auch dort, wo man nichts sieht. Die Lampe braucht einige Minuten zum Anlaufen und wird sehr heiß. Die Hochspannungsanschlüsse werden nur bei ausgeschaltetem Netzgerät angefasst.
- Trage eure Beobachtungen ein:
| Versuch | Ladung der Platte | Beleuchtung | Beobachtung am Zeiger |
|---|---|---|---|
| 1 | negativ | UV-Lampe | |
| 2 | positiv | UV-Lampe | |
| 3 | negativ | UV-Lampe hinter Glasplatte | |
| 4 | negativ | helle Glühlampe |
- Welches Vorzeichen haben die Ladungsträger, die aus der Platte austreten? Begründe mit den Versuchen 1 und 2.
- Die Glühlampe in Versuch 4 ist deutlich heller als die UV-Lampe, und trotzdem passiert nichts. Warum ist das im Wellenmodell des Lichts nicht zu erklären?
- Erkläre Versuch 3. Welche Eigenschaft des Lichts entscheidet also darüber, ob Elektronen austreten?
- Für Zink findet man Austrittsarbeiten zwischen 3,6 eV und 4,3 eV. Berechne zu beiden Werten die Grenzwellenlänge (E = h · c / λ, kurz: E in eV = 1240 / λ in nm) und vergleiche sie mit den UV-Linien der Quecksilberlampe (365 nm, 334 nm, 313 nm) und mit sichtbarem Licht (400 nm bis 700 nm).
- Versuch 1: Der Zeiger fällt zurück auf null. Die Platte verliert ihre negative Ladung – das Licht löst Elektronen heraus.
- Versuch 2: Der Ausschlag bleibt stehen. Auch hier treten Elektronen aus, aber die positiv geladene Platte zieht sie sofort wieder zurück; nach außen ändert sich nichts.
- Versuch 3: Der Ausschlag bleibt stehen, obwohl die Platte negativ geladen ist. Glas absorbiert den UV-Anteil. Entscheidend war also nicht die Helligkeit, sondern der kurzwellige Anteil des Lichts.
- Versuch 4: Nichts passiert, egal wie lange man wartet. Im Wellenmodell müsste die Platte Energie aufsammeln und irgendwann Elektronen abgeben – genau das geschieht nicht. Nur das Photonenmodell erklärt das: Ein einzelnes Photon muss die Austrittsarbeit alleine aufbringen, sonst hilft auch eine Milliarde davon nicht.
- Rechnung: λGrenz = 1240 / 4,3 ≈ 288 nm bzw. λGrenz = 1240 / 3,6 ≈ 344 nm. Sichtbares Licht liegt mit mindestens 400 nm in beiden Fällen weit darüber – daher Versuch 4. Die kurzwelligen Hg-Linien (334 nm, 313 nm) liegen unter 344 nm und lösen aus.
- Dass der Versuch überhaupt gelingt, zeigt: Die tatsächliche Austrittsarbeit der frisch geschmirgelten Platte liegt am unteren Ende des Tabellenbereichs. Eine Oxidschicht erhöht sie, dann bleibt der Zeiger stehen – deshalb ist Schritt 1 kein Schönheitsschritt, sondern Voraussetzung.
Der Hallwachs-Versuch zeigt, dass Licht aus Photonen besteht. Hier wird h gemessen – mit einem Aufbau, der auf jeden Schülertisch passt. Eine Leuchtdiode macht dabei das Umgekehrte des Photoeffekts: Ein Elektron, das die Sperrschicht durchquert, gibt seine Energie als ein einzelnes Photon wieder ab.
- Regelbares Gleichspannungsnetzgerät 0–5 V mit Feinregelung
- Digitalvoltmeter (Gleichspannung, Auflösung 0,01 V)
- Mindestens vier LEDs verschiedener Farbe mit eingebautem Vorwiderstand, Wellenlänge aus Datenblatt oder Aufdruck bekannt
- Steckbrett oder Krokodilklemmen, Kabel
- Papprohr oder dunkles Tuch zum Abdunkeln
- Millimeterpapier oder Tabellenkalkulation
Miss für LEDs verschiedener Farbe die Spannung, bei der die LED gerade eben zu leuchten beginnt. Trage diese Einsatzspannung über der Frequenz des abgestrahlten Lichts auf und bestimme aus der Steigung der Geraden das Plancksche Wirkungsquantum h.
Das Voltmeter liegt parallel zur LED und misst damit genau die Spannung, die an der Sperrschicht abfällt.
1. Schaltung nach der Skizze aufbauen. Das Netzgerät vor dem Einschalten auf 0 V zurückdrehen.
2. Erste LED einsetzen, Spannung langsam erhöhen und dabei die LED beobachten.
3. In dem Moment, in dem die LED gerade eben zu glimmen beginnt, die Spannung am Voltmeter ablesen. Das ist die Einsatzspannung Uein.
4. Spannung auf 0 V zurückdrehen und die Messung ein zweites und drittes Mal wiederholen. Aus den Werten den Mittelwert bilden.
5. Für jede Farbe wiederholen.
6. Abdunkeln: Der erste Lichtschein ist sehr schwach. Schaut durch ein Papprohr auf die LED oder deckt sie mit der hohlen Hand ab – bei hellem Zimmerlicht bemerkt man das Glimmen erst spät und misst 0,2 V bis 0,3 V zu viel.
7. Polung: Leuchtet eine LED bis 5 V überhaupt nicht, ist sie falsch herum eingebaut. Umpolen – in Rückwärtsrichtung sperrt eine LED vollständig.
8. Keine weißen LEDs verwenden. Sie leuchten in Wahrheit blau und wandeln einen Teil des Lichts in einer Leuchtstoffschicht um. Die abgestrahlte Wellenlänge gehört dann nicht mehr zur Spannung an der Sperrschicht.
9. Zum Vorwiderstand: Am Einsatzpunkt fließen nur wenige Mikroampere, am eingebauten Vorwiderstand fallen dabei weniger als 0,01 V ab. Er verfälscht die Messung also nicht, schützt die LED aber davor, beim Weiterdrehen durchzubrennen. LEDs ohne Vorwiderstand dürfen nie direkt ans Netzgerät.
10. Zusatz (optional): Eine Infrarot-LED (940 nm) sieht das Auge nicht, eine Handykamera aber schon. Richtet die LED auf die Kamera und lest die Einsatzspannung am Bild ab – das ergibt einen fünften Punkt weit links im Diagramm.
- Trage deine Messwerte ein. Die Wellenlängen sind typische Werte; wenn ein Datenblatt vorliegt, nimm dessen Angaben. Die Frequenz berechnest du mit f = c / λ und c = 3,00 · 10⁸ m/s.
| Farbe | λ in nm | f = c / λ in 10¹⁴ Hz | Uein in V |
|---|---|---|---|
| rot | 635 | ||
| gelb | 590 | ||
| grün | 565 | ||
| blau | 470 |
- Zeichne das Diagramm Uein über f (x-Achse 0 bis 7 · 10¹⁴ Hz, y-Achse 0 bis 3 V) und lege eine Ausgleichsgerade durch die Punkte.
- Bestimme die Steigung m = ΔU / Δf über ein großes Steigungsdreieck.
- Ein Elektron der Ladung e gibt beim Durchqueren der Sperrschicht die Energie e · Uein ab und erzeugt daraus ein Photon der Energie h · f. Stelle die Energiebilanz auf und zeige, dass die Steigung m = h / e sein muss.
- Berechne h = e · m mit e = 1,602 · 10⁻¹⁹ C, vergleiche mit dem Literaturwert h = 6,626 · 10⁻³⁴ J·s und gib die prozentuale Abweichung an.
- Geht deine Ausgleichsgerade durch den Ursprung? Was würde ein Achsenabschnitt bedeuten?
- Nenne zwei Gründe, warum e · Uein nicht exakt gleich h · f ist.
- Eine typische Messreihe sieht so aus:
| Farbe | λ in nm | f in 10¹⁴ Hz | Uein in V |
|---|---|---|---|
| rot | 635 | 4,72 | 1,72 |
| gelb | 590 | 5,08 | 1,88 |
| grün | 565 | 5,31 | 1,93 |
| blau | 470 | 6,38 | 2,34 |
- Die vier Punkte liegen erkennbar auf einer Geraden. Das ist die eigentliche Aussage des Versuchs: Die Einsatzspannung wächst proportional zur Frequenz – nicht zur Helligkeit und nicht zur Wellenlänge.
- Energiebilanz: e · Uein = h · f, also Uein = (h / e) · f. Die Gerade muss demnach durch den Ursprung gehen und hat die Steigung h / e. Ein kleiner Achsenabschnitt von einigen Hundertstel Volt ist normal und geht auf das Ablesen des Einsatzpunktes zurück.
- Steigung: m = ΔU / Δf = (2,34 − 1,72) V / ((6,38 − 4,72) · 10¹⁴ Hz) ≈ 0,37 V pro 10¹⁴ Hz = 3,7 · 10⁻¹⁵ V·s
- Ergebnis: h = e · m = 1,602 · 10⁻¹⁹ · 3,7 · 10⁻¹⁵ ≈ 5,9 · 10⁻³⁴ J·s, rund 11 % unter dem Literaturwert. Für einen Aufbau aus Netzgerät, Voltmeter und Bauteilen für wenige Cent ist die Größenordnung damit genau getroffen.
- Realistisch sind Werte zwischen 5,5 · 10⁻³⁴ J·s und 7,5 · 10⁻³⁴ J·s. Wer deutlich daneben liegt, hat meist nicht abgedunkelt oder die Spannung zu schnell hochgedreht.
- Warum fällt h meist etwas zu klein aus? Erstens stammt ein Teil der Photonenenergie aus der thermischen Energie der Ladungsträger und nicht aus der angelegten Spannung; e · Uein ist deshalb etwas kleiner als h · f. Zweitens ist das Auge bei Gelb und Grün am empfindlichsten und bei Rot und Blau deutlich unempfindlicher, sodass jede Farbe bei einem etwas anderen Strom „entdeckt" wird. Drittens ist die Wellenlänge aus dem Datenblatt das Intensitätsmaximum und nicht die langwellige Kante des Spektrums.
- Andere Auswertung: Statt über f kann man Uein auch über 1/λ auftragen. Die Steigung ist dann h · c / e, und es gilt h = m · e / c.
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Licht zeigt je nach Experiment Welleneigenschaften (Interferenz, Beugung) oder Teilcheneigenschaften (Photoeffekt). Dieses Verhalten nennt man Welle-Teilchen-Dualismus.
Licht besteht aus diskreten Energiepaketen, den Photonen. Die Energie eines Photons hängt von der Frequenz f ab:
E = h · f
- E = Energie des Photons in Joule (J)
- h = Plancksches Wirkungsquantum: h = 6,626 · 10⁻³⁴ J·s
- f = Frequenz des Lichts in Hertz (Hz)
Mit c = λ · f lässt sich auch schreiben:
E = h · c / λ
Wichtige Werte:
- Sichtbares Licht: λ ≈ 400 nm (violett) bis 700 nm (rot)
- UV-Licht: λ < 400 nm (energiereicher)
- IR-Licht: λ > 700 nm (energieärmer)
Die Intensität I (Leistung pro Fläche) hängt von der Anzahl der Photonen pro Zeit ab, nicht von deren Energie. Blaues Licht hat energiereichere Photonen als rotes Licht, aber gleiche Intensität bedeutet gleiche Leistung.
Lösung:
- Gegeben: λ = 589 nm = 589 · 10⁻⁹ m, h = 6,626 · 10⁻³⁴ J·s, c = 3 · 10⁸ m/s
- Formel: E = h · c / λ
- Berechnung: E = (6,626 · 10⁻³⁴ · 3 · 10⁸) / (589 · 10⁻⁹)
- E = 1,99 · 10⁻²⁵ / 5,89 · 10⁻⁷ ≈ 3,38 · 10⁻¹⁹ J
Antwort: Ein Photon des Natriumlichts hat die Energie E ≈ 3,38 · 10⁻¹⁹ J.
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Röntgenstrahlung entsteht, wenn schnelle Elektronen in einer Röntgenröhre auf ein Metalltarget (Anode) treffen und abgebremst werden.
Ein Elektron wird im Coulombfeld der Atomkerne abgebremst und gibt dabei Energie als Photon ab. Da die Abbremsung unterschiedlich stark sein kann, entsteht ein kontinuierliches Spektrum.
Maximale Photonenenergie (wenn das Elektron vollständig gestoppt wird):
h · fmax = e · UB
- UB = Beschleunigungsspannung der Röntgenröhre
- fmax = maximale Frequenz im Spektrum
- λmin = h · c / (e · UB) = kurzwellige Grenze
Bedeutung: Aus der kurzwelligen Grenze λmin lässt sich das Plancksche Wirkungsquantum bestimmen.
Überlagert wird das Bremsspektrum durch scharfe Linien – das charakteristische Spektrum. Es entsteht, wenn Elektronen innere Atomschalen ionisieren und Elektronen aus äußeren Schalen nachrücken. Die dabei emittierte Photonenenergie entspricht der Energiedifferenz der Schalen.
Lösung:
- Gegeben: UB = 40 000 V, h = 6,626 · 10⁻³⁴ J·s, c = 3 · 10⁸ m/s, e = 1,6 · 10⁻¹⁹ C
- Formel: λmin = h · c / (e · UB)
- Berechnung: λmin = (6,626 · 10⁻³⁴ · 3 · 10⁸) / (1,6 · 10⁻¹⁹ · 40 000)
- λmin = 1,988 · 10⁻²⁵ / 6,4 · 10⁻¹⁵ ≈ 3,1 · 10⁻¹¹ m = 31 pm
Antwort: Die kurzwellige Grenze liegt bei ca. 31 pm (0,031 nm).
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Das Mach-Zehnder-Interferometer demonstriert Komplementarität und Nichtlokalität mit einzelnen Photonen.
Quelle → Strahlteiler 1 → Spiegel → Strahlteiler 2 → Detektor A / B
↘ Spiegel ↗- Strahlteiler 1 teilt das Photon (bzw. seinen Zustand) in zwei Pfade
- Beide Pfade werden durch Spiegel zusammengeführt
- Strahlteiler 2 lässt die Pfade interferieren
Ohne Wegdetektor: Konstruktive Interferenz in Detektor A, destruktive in B → nur A klickt.
Mit Wegdetektor in einem Pfad: Weginfo bekannt → Interferenz weg → A und B klicken je 50 % → Teilchenbild.
Das Photon „weiß" beim ersten Strahlteiler noch nicht, ob es später detektiert wird. Erst die Messung legt das Ergebnis fest.
Erwartung: Alle Photonen landen in Detektor A (konstruktive Interferenz), Detektor B bleibt leer.
Mit Blocker in einem Pfad: Jetzt sind beide Pfade unterschiedlich – 50 % der Photonen werden vom Blocker absorbiert, 25 % gehen zu A, 25 % zu B. Die Interferenz ist aufgehoben.
Fazit: Der Einbau des Blockers ändert das globale Ergebnis, obwohl jedes Photon nur einen Pfad nimmt.
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Das Beispiel zum Mach-Zehnder-Interferometer endet mit einem merkwürdigen Befund: Der Blocker sitzt in einem Pfad, aber er ändert das Ergebnis für alle Photonen – auch für die, die am Blocker vorbeigekommen sind. Genau das meint der Begriff Nichtlokalität.
- Jedes Photon wird punktförmig nachgewiesen – nie halb in Detektor A und halb in B.
- Trotzdem hängt das Ergebnis davon ab, was auf dem anderen Pfad passiert.
- Ein Eingriff an einer Stelle des Aufbaus verändert das Resultat im ganzen Aufbau.
Nichtlokalität bedeutet: Vor der Messung lässt sich ein Quantenobjekt nicht auf einen Ort oder einen Weg festlegen. Es verhält sich so, als sei es über den gesamten zugänglichen Bereich verteilt – beim Interferometer über beide Pfade, beim Doppelspalt über beide Spalte.
| Aufbau | Ergebnis auf dem Schirm |
|---|---|
| Beide Spalte offen | Interferenzmuster |
| Ein Spalt zugehalten | Muster verschwindet – auch für die Objekte, die den offenen Spalt passieren |
Ein einzelnes Teilchen kann den zugehaltenen Spalt gar nicht benutzt haben. Trotzdem „merkt" es, dass dieser Spalt zu ist.
Erst die Messung legt einen Ort fest. Sobald das Objekt an einer Stelle nachgewiesen wird, ist die Wahrscheinlichkeit, es woanders zu finden, null – und zwar sofort, egal wie weit der Aufbau ausgedehnt ist.
Wichtige Einschränkung: Damit lässt sich keine Information schneller als das Licht übertragen. Wo ein einzelnes Quantenobjekt auftrifft, ist zufällig und nicht steuerbar. Der Zusammenhang zeigt sich erst beim Vergleich vieler Messungen – und dieser Vergleich braucht einen ganz normalen Nachrichtenweg.
| Falsche Vorstellung | Richtig |
|---|---|
| Das Teilchen springt von einem Pfad zum anderen | Es war vorher auf keinem der Pfade festgelegt |
| Zwischen den Pfaden wird ein Signal ausgetauscht | Es wird nichts übertragen – schon gar nicht mit Überlichtgeschwindigkeit |
| Nichtlokalität erlaubt Nachrichten ohne Zeitverzug | Einzelmesswerte sind zufällig, also nicht als Signal nutzbar |
| Experiment | Beobachtetes Bild |
|---|---|
| Doppelspalt ohne Detektion | Wellenbild (Interferenz) |
| Doppelspalt mit Wegdetektion | Teilchenbild (kein Muster) |
| Photoeffekt | Teilchenbild |
| Beugung am Gitter | Wellenbild |
Im Mach-Zehnder-Interferometer kann die Entscheidung, ob Weg-Information gewonnen wird, nach dem Passieren des Strahlteilers getroffen werden – und trotzdem verschwindet das Interferenzmuster. Das zeigt: Die Fragestellung bestimmt rückwirkend das Ergebnis.
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Zustand: Der Zustand eines Quantenobjekts ist durch eine Wellenfunktion Ψ beschrieben. Sie enthält alle messbaren Informationen.
Präparation: Durch eine Messung oder ein Experiment wird ein bestimmter Zustand hergestellt. Beispiel: Ein Polarisationsfilter präpariert Photonen in einem definierten Polarisationszustand.
Superposition: Ein Quantenobjekt kann sich in einer Überlagerung mehrerer Zustande befinden:
|Ψ⟩ = α|↑⟩ + β|↓⟩ (mit |α|² + |β|² = 1)
Die Koeffizienten α und β geben die Wahrscheinlichkeitsamplituden an. |α|² ist die Wahrscheinlichkeit, bei einer Messung |↑⟩ zu finden.
- Ein Photon wird durch einen 0°-Filter präpariert: Zustand |0°⟩
- An einem 45°-Filter: 50 % Wahrscheinlichkeit für Durchgang
- An einem 90°-Filter: 0 % Wahrscheinlichkeit → kein Photon kommt durch
- Reihenfolge 0° → 45° → 90°: einige Photonen kommen durch! (Superposition am 45°-Filter)
Merksatz: Messen verändert den Zustand eines Quantenobjekts.
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Keine Messung liefert den „wahren" Wert. Misst man dieselbe Größe mehrfach, streuen die Ergebnisse. Ein Messergebnis ist deshalb erst vollständig, wenn neben dem Zahlenwert auch seine Unsicherheit angegeben ist.
- Zufällige Abweichungen streuen um den wahren Wert, mal nach oben, mal nach unten (Reaktionszeit beim Stoppen, Ablesen zwischen zwei Skalenstrichen, kleine Schwankungen im Aufbau). Sie werden durch Mitteln über viele Messungen kleiner.
- Systematische Abweichungen gehen immer in dieselbe Richtung (falsch kalibriertes Messgerät, schräger Blick auf die Skala, Uhr grundsätzlich zu spät gestartet). Sie werden durch Mitteln nicht kleiner – man muss ihre Ursache finden.
Aus n Einzelmessungen x₁ … xn berechnet man:
Mittelwert: xm = (x₁ + x₂ + … + xn) / n
Standardabweichung: s = √( Σ (xᵢ − xm)² / (n − 1) )
Unsicherheit des Mittelwerts: u = s / √n
- s beschreibt, wie stark die Einzelwerte streuen.
- u beschreibt, wie genau der Mittelwert bekannt ist. Vierfach so viele Messungen halbieren u.
Das Endergebnis schreibt man als x = (xm ± u) Einheit, oft ergänzt um die relative Unsicherheit u / xm in Prozent.
Beim Runden gilt: Die Unsicherheit wird auf eine, höchstens zwei signifikante Stellen gerundet, der Mittelwert dann auf dieselbe Stelle. Also v = (1,13 ± 0,03) cm/s – nicht v = (1,1304 ± 0,0291) cm/s.
Merksatz: Ein Ergebnis ist nie genauer als sein ungenauster Eingangswert. Mehr Nachkommastellen im Taschenrechner bedeuten keine höhere Genauigkeit.
Wird aus mehreren gemessenen Größen eine neue berechnet, steckt in ihr die Unsicherheit aller Eingangswerte. Bei Produkten und Quotienten – etwa v = s / t – addieren sich die relativen Unsicherheiten:
u(v) / v = u(s) / s + u(t) / t
Bei Summen und Differenzen addieren sich dagegen die absoluten Unsicherheiten.
Daraus folgt eine praktische Regel: Es lohnt sich nur, den größten Beitrag zu verkleinern. Wer die Zeit auf 0,1 % genau misst, die Strecke aber nur auf 1 %, erhält trotzdem ein Ergebnis mit rund 1 % Unsicherheit.
Die hier beschriebene Streuung ist ein Problem der Messung: Mit besseren Geräten und mehr Wiederholungen wird sie kleiner. Die Heisenbergsche Unbestimmtheit (nächstes Thema) ist etwas grundsätzlich anderes – sie bleibt auch bei einer perfekten Messapparatur bestehen, weil ein Quantenobjekt Ort und Impuls gar nicht gleichzeitig scharf besitzt.
Lösung:
- Mittelwert: vm = (1,12 + 1,18 + 1,05 + 1,21 + 1,09) / 5 = 5,65 / 5 = 1,13 cm/s
- Abweichungen: −0,01 / +0,05 / −0,08 / +0,08 / −0,04
- Summe der Quadrate: 0,0001 + 0,0025 + 0,0064 + 0,0064 + 0,0016 = 0,0170
- Standardabweichung: s = √(0,0170 / 4) = √0,00425 ≈ 0,065 cm/s
- Unsicherheit des Mittelwerts: u = s / √5 = 0,065 / 2,24 ≈ 0,029 cm/s ≈ 0,03 cm/s
Antwort: v = (1,13 ± 0,03) cm/s, also eine relative Unsicherheit von 0,03 / 1,13 ≈ 2,6 %. Die Einzelwerte streuen mit s ≈ 0,065 cm/s deutlich stärker, als der Mittelwert unsicher ist.
- vorbereitetes Seifenglas mit Schraube — es ist verschlossen und bleibt es auch
- Stoppuhr mit Anzeige auf 1/100 s (Handy genügt)
- Lineal (30 cm), zwei Klebestreifen als Marken
- Taschenrechner
Die Schraube sinkt in der zähen Seife gleichförmig — die Strecke ist also nicht das Problem. Untersucht wird hier die Messung selbst: Wie stark streuen zehn Stoppuhr-Messungen derselben Strecke, woher kommt diese Streuung, wie genau ist der Mittelwert, und wann lohnt es sich überhaupt, noch genauer zu messen?
Nicht Gegenstand dieses Versuchs ist die Frage, ob die Bewegung gleichförmig ist — das ist im s-t-Diagramm der Sekundarstufe I geklärt. Hier wird nur noch eine einzige Größe immer wieder gemessen.
1. Klebe zwei Marken auf das Glas, die genau Δs = 10,0 cm auseinanderliegen. Die obere Marke muss so tief sitzen, dass die Anlaufphase davor abgeschlossen ist (etwa 3 cm unterhalb des Startpunkts der Schraube).
2. Miss den Markenabstand mit dem Lineal nach und notiere ihn samt Ablesegenauigkeit, z. B. Δs = (10,0 ± 0,1) cm.
3. Dreh das Glas zügig um und stell es sofort ruhig auf den Tisch.
4. Starte die Uhr, wenn die Schraube die obere Marke passiert, stoppe sie an der unteren. Notiere t auf 1/100 s.
5. Wiederhole Schritt 3 und 4, bis du zehn Messwerte hast — immer dieselbe Person an der Uhr. Lasst das Glas dazwischen ruhen, bis sich in der Seife nichts mehr bewegt.
6. Wichtig: Schau immer waagerecht auf die Marke, nie von schräg oben. Dieser Blickwinkel ist die häufigste systematische Abweichung des Versuchs.
7. Danach misst jede weitere Person der Gruppe dieselbe Strecke dreimal.
Teil A – zehn Messungen derselben Person
| Messung Nr. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t in s |
Trage die zehn Werte als kurze Striche auf der Skala ein. Beschrifte die Achse selbst: Setze deinen Mittelwert in die Mitte, ein Kästchen entspricht 0,1 s.
Teil B – dieselbe Strecke, verschiedene Personen
| Person 1 | Person 2 | Person 3 | Person 4 | |
|---|---|---|---|---|
| 1. Messung | ||||
| 2. Messung | ||||
| 3. Messung | ||||
| Mittelwert tm in s |
Teil C – Ergebnisse der ganzen Klasse
| Gruppe 1 | Gruppe 2 | Gruppe 3 | Gruppe 4 | Gruppe 5 | |
|---|---|---|---|---|---|
| v in cm/s |
Markiere jeden Gruppenwert mit einem kurzen Strich auf der Skala:
- Berechne aus den zehn Werten von Teil A den Mittelwert tm, die Standardabweichung s (wie viel Prozent von tm sind das?) und die Unsicherheit des Mittelwerts u = s / √10. Gib das Zeitergebnis sinnvoll gerundet als t = (tm ± u) s an.
- Berechne daraus v = Δs / tm. Die relative Unsicherheit von v ist die Summe der relativen Unsicherheiten von Δs und t: u(v)/v = u(Δs)/Δs + u(t)/tm. Gib v mit Unsicherheit an.
- Welcher der beiden Anteile ist größer — die gestoppte Zeit oder die abgemessene Strecke? Was müsstest du verbessern, um das Ergebnis wirklich genauer zu machen?
- Vergleiche in Teil B die Mittelwerte der Personen. Liegen sie enger beieinander als u, oder weiter auseinander? Was folgt daraus für die Reaktionszeit?
- Nenne je zwei zufällige und systematische Abweichungen dieses Versuchs. Welche davon werden durch Mitteln kleiner?
- Wie viele Messungen bräuchtest du, um u zu halbieren? Wie ändert sich die relative Unsicherheit, wenn du statt 10 cm nur 5 cm abmisst?
- Teil A: Bei v ≈ 1 cm/s liegt t bei rund 10 s. Die zehn Werte streuen typischerweise mit s ≈ 0,3–0,5 s, also 3–5 %. Auf der Skala bilden die Striche eine erkennbare Wolke um die Mitte, keinen Punkt. Fast die gesamte Streuung stammt aus der Reaktionszeit beim Starten und Stoppen (je ≈ 0,2 s).
- Unsicherheit des Mittelwerts: u = s / √10 ≈ 0,1–0,16 s, also nur noch rund 1,5 % — das Mitteln hat die zufällige Abweichung etwa auf ein Drittel gedrückt.
- Fehlerfortpflanzung: Die Strecke trägt 0,1 cm / 10,0 cm = 1 % bei, die gemittelte Zeit ≈ 1,5 %. Zusammen ist v auf etwa 2,5 % genau, also z. B. v = (1,00 ± 0,03) cm/s.
- Die Pointe: Vor dem Mitteln dominiert die Zeit die Unsicherheit deutlich, danach sind beide Anteile etwa gleich groß. Noch mehr Zeitmessungen bringen jetzt fast nichts mehr — genauer wird das Ergebnis erst, wenn auch die Strecke sorgfältiger bestimmt wird (längere Messstrecke, feinere Marken). Ein Ergebnis ist nie besser als sein schlechtester Anteil.
- Teil B: Die Personen-Mittelwerte unterscheiden sich meist um mehr als u — oft um mehrere Zehntelsekunden. Die Reaktionszeit ist pro Person weitgehend konstant und wirkt deshalb wie eine systematische Abweichung: Sie verschwindet nicht dadurch, dass dieselbe Person öfter misst.
- Zufällig: schwankende Reaktionszeit, Ablesen der Hundertstel, kleine Luftblasen, leichtes Anstoßen des Glases. Diese werden durch Mitteln kleiner.
Systematisch: schräger Blick auf die Marken (Parallaxe), Uhr grundsätzlich zu spät gestartet, falsch abgemessener Markenabstand, wärmere Seife in einer Gruppe (dünnflüssiger → schneller). Diese bleiben auch nach dem Mitteln bestehen.
- Für die halbe Unsicherheit braucht man die vierfache Anzahl an Messungen (u ~ 1/√n). Halbiert man die Messstrecke, halbiert sich t, während die Reaktionszeit-Streuung gleich bleibt — die relative Unsicherheit verdoppelt sich. Deshalb misst man immer über die längste vertretbare Strecke.
- Teil C: Die Gruppenwerte streuen stärker, als es die Unsicherheit einer einzelnen Gruppe erwarten lässt. Genau das ist der Fingerabdruck systematischer Abweichungen: Jede Gruppe misst in sich konsistent, aber die Gruppen unterscheiden sich untereinander.
Δx · Δp ≥ h / (4π)
Ebenso für Energie und Zeit:
ΔE · Δt ≥ h / (4π)
- Δx = Unschärfe (Standardabweichung) des Ortes
- Δp = Unschärfe des Impulses
- Diese Unschärfe ist fundamental – kein Messproblem, sondern Eigenschaft der Natur
Zwingt man ein Elektron durch einen Spalt der Breite b, ist sein Ort auf Δx ≈ b bekannt. Dadurch bekommt es einen unbekannten Querimpuls Δp ≥ h / (4π · b) – es wird „seitwärts gestreut". Die Beugungsunschärfe ist real.
- Elektronen in Atomen können nicht auf einer Kreisbahn „sitzen" (würde Δx · Δp → 0 erfordern)
- Nullpunktsenergie: Teilchen im Kasten haben immer eine Mindestenergie Emin > 0
- Stabilisierung des Wasserstoffatoms wird erklärbar
Lösung:
- Δx ≈ 1 nm = 10⁻⁹ m
- Δp ≥ h / (4π · Δx) = 6,626 · 10⁻³⁴ / (4π · 10⁻⁹)
- Δp ≥ 5,27 · 10⁻²⁶ kg·m/s
Antwort: Die Impulsunschärfe beträgt mindestens ≈ 5,3 · 10⁻²⁶ kg·m/s.
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